"Hanoun war schon immer
ein Kämpfer."

Hanouns Lebensweg beginnt im Januar 2012 mit einer ersten Demonstration unbändiger Stärke. Obwohl die Geburt extrem schwer verläuft und die Ärzte ein schwaches Baby befürchten, erblickt ein wahrer Kraftprotz das Licht der Welt. Kaum auf dem Bauch liegend, stützt er seinen Oberkörper ab, hebt das Köpfchen und brüllt wie ein kleiner Löwe. Seine extrem hohen Vitalwerte versetzen die Ärzte in Staunen. Schon am Tag seiner Geburt prophezeien sie ihm eine Zukunft als Hochleistungssportler oder Astronaut.

Diesen unbändigen Willen zeigt er auch wenig später: Als seine Uroma ihn in seinem dritten Lebensmonat in Berlin besucht und ihm seine traditionelle Goldmünze überreicht, streckt der Säugling gezielt seine kleine Hand aus und umklammert die Münze fest – es ist das allererste Objekt, das er in seinem Leben bewusst ergreift und festhält.

Bälle, die ersten Schritte und der Weg auf den Fußballplatz

Schon als Kleinkind gibt es für Hanoun nichts Spannenderes als Bälle. Während andere Kinder mit Autos oder Lego spielen, schläft er mit einem Kuschelball im Arm. Sobald er laufen kann, rennt er dem Leder hinterher. Mit vier Jahren erfüllt sich sein größter Wunsch: Er tritt seinem ersten Kiezverein Oranje Berlin bei. Sechs Jahre lang wird er dort von seinem Trainer geprägt, der ihm das sportliche und menschliche Fundament mit auf den Weg gibt – ein Fundament, auf das Hanoun bis heute baut und für das er zutiefst dankbar ist.

Hanoun stand seitdem nie still. Wenn die Mama mit dem kleinen Bruder Gabriel auf dem Gepäckträger Fahrrad fuhr, joggte Hanoun einfach nebenher. In jedem freien Moment ging der Papa mit ihm auf den Bolzplatz, um unzählige Stunden beim gemeinsamen Kicken zu verbringen, zu trainieren und wertvolle Vater-Sohn-Zeit zu genießen. Der Sport und die Bewegung sind seit jeher ganz essenzielle Bestandteile von Hanouns Leben.

Der Kampf gegen das Gift

Im Alter von neun Jahren, mitten in der Pandemie, nimmt ein Ausflug in den Schlosspark eine dramatische Wendung. Hanoun und sein Freund buddeln im Park und beißen ahnungslos in eine ausgegrabene Wurzel – es ist der hochgiftige Wasserschierling. Und schon wenig später bricht Hanoun zusammen. Es folgen schwere epileptische Anfälle sowie ein Herz- und Atemstillstand. Fünfmal muss er reanimiert werden. Zum Glück ist die Mutter seines Freundes geistesgegenwärtig und leistet erste Hilfe, sodass Hanoun gerettet werden kann. Und auch seine außergewöhnliche körperliche Fitness trägt dazu bei, dass sein Herz diese Belastung durchhält. Der Fußball ist es schließlich, der ihm nach diesem Drama Lebensfreude und Selbstvertrauen zurückgibt.

Mit Mut in den Leistungsport

Kurz vor seinem zwölften Geburtstag nimmt Hanoun sein Schicksal wieder selbst in die Hand. Auf einem Weihnachtsmarkt sieht er einen Trainer von Tennis Borussia Berlin (TeBe), geht mutig auf ihn zu und erkämpft sich somit eigenhändig den Sprung in den Leistungssport. Er entwickelt sich rasant weiter, doch nach einem intensiven Sommer voller Trainingseinheiten und einem Wachstumsschub schlägt das Schicksal erneut zu: Morbus Schlatter. Die Ärzte prognostizieren das Ende seiner Leistungssport-Karriere.

Doch weder Hanoun noch seine Eltern akzeptieren dieses Urteil. Mit eiserner Disziplin, täglichen Übungen, Kühlung und dem festen Glauben an seine Heilungskräfte steht er bereits nach drei Monaten wieder auf dem Platz. Bei TeBe dreht er seine Leistungskurve direkt wieder nach oben. Seine starke Entwicklung blieb nicht unbemerkt: Nach mehreren Probetrainings eröffnete Hertha BSC ihm bereits erste Perspektiven für einen Wechsel nach einem weiteren Entwicklungsjahr. Doch nach einem überragenden Spiel gegen den 1. FC Union Berlin kam wenig später die direkte Anfrage von Union. Beim Probetraining spürten alle sofort: Hier gehört er hin. Zwei Jahre lang glänzt Hanoun bei Union – erst als extrem zweikampfstarker Innenverteidiger, später als Stürmer mit der Rückennummer 9. Seine Leistungen bringen ihm sogar Nominierungen für die Berliner Landesauswahl ein.

Ein großes herz und eine Gemeinschaft, die trägt.

Hanoun ist nicht nur ein Athlet, sondern ein Mensch von besonderer Tiefe. Er hat ein riesiges Herz für seine Mitmenschen und die Welt. Als treuer Freund verbindet er Menschen und schließt niemanden aus. Sein Traum war für ihn nie eine vage Vorstellung, sondern eine feste Realität. Wie tief sein Charakter verankert ist, zeigt ein Satz, den er vor wenigen Tagen im Krankenhaus zu einer Krankenschwester sagte:

„Wenn ich mal Fußballprofi bin, möchte ich Krankenhäuser bauen.“

Ein neuer Familienalltag...

Hanoun und seine Familie sind eine echte Kämpfergemeinschaft. Aufgeben existiert in ihrer Welt nicht. Doch der Weg, der vor ihnen liegt, verändert das Leben der Familie grundlegend. Klinikaufenthalte, Schulfragen und die intensive Begleitung machen ein normales Arbeiten für die Eltern aktuell unmöglich.

Um Hanoun alle erdenklichen Therapiemöglichkeiten zu ermöglichen, den Heilungsprozess zu beschleunigen und der Familie den Rücken freizuhalten, braucht es jetzt die Unterstützung von Freunden, der Community und mitfühlenden Menschen. Mit dem 1. FC Union Berlin an seiner Seite, der Liebe seiner Familie und dem Rückhalt vieler Begleiter geht Hanoun in diesen Kampf. Und dieser kleine Löwe wird sich schneller wieder aufbauen, als es sich jeder Arzt vorstellen kann.

Der Umbau: Ein Zuhause für den neuen Alltag

Hanoun braucht dringend einen Raum, der bestimmte Hygienestandards erfüllt und in dem er totale Ruhe haben kann. Gleichzeitig soll er sich dort aber auch wohlfühlen. Und auch Gabriel braucht auch einen Raum, in dem er happy sein kann... Denn auch er als Bruder hat auch viel wegzustecken gerade. Die Familie ist sehr dankbar für alle Helfer-Engel, die sie dabei unterstützt haben und einfach da waren, in dieser turbulenten Zeit.

Was Hanoun jetzt Kraft gibt

Auch wenn sein Alltag gerade ein völlig anderer ist, bleiben viele Dinge, die Hanoun Halt geben: seine Familie und Freunde, der Kontakt zu seinen Teamkollegen und natürlich der Fußball. Nachrichten, Besuche und kleine Momente von Normalität erinnern ihn daran, dass sein Leben aus so viel mehr besteht als Krankenhaus und Behandlung. Und dass viele Menschen hinter ihm stehen.

Auch Gabriel Jr. braucht Normalität

Gabriel Jr. ist zehn Jahre alt und erlebt die Erkrankung seines großen Bruders unmittelbar mit. Auch für ihn hat sich der Familienalltag von einem Tag auf den anderen verändert. Nach den Ferien kehrt er in dieselbe Schule zurück, die auch Hanoun besucht, wo sicherlich viele Fragen auf ihn warten. Umso wichtiger ist es, dass er weiterhin einfach Kind sein darf und Schule, Fußball, Freunde und unbeschwerte Momente ihren Platz behalten.