Hier ein Update von Papa Olinga ❤️
"Als ich gestern am späten Nachmittag den Schlüssel im Schloss umgedreht habe und wir durch die Haustür traten, hat sich mein Herz nach Wochen der Daueranspannung zum ersten Mal wieder richtig angefühlt. Noch am Morgen hieß es, seine Nierenwerte seien nicht stabil genug.
Ein weiterer Tag des Zitterns. Doch nach den erneuten Kontrollen am Nachmittag kam endlich die erlösende Nachricht: Ich konnte meine Familie einpacken und unseren geliebten Sohn nach Hause bringen.
Es ist ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt. Nach fast anderthalb Monaten im Krankenhaus – Wochen voll Bangen, Beten, Hoffen, Positivbleiben und dem täglichen Schwall an medizinischen Informationen – dürfen wir endlich wieder ganz sein.
Wir sind erschöpft, geistig wie körperlich tief müde. Aber genau jetzt, wo wieder Ruhe einkehrt, spüren wir, wie auch die Kraft zurückkehrt. Zu Hause können wir uns nun voll und ganz auf das Einzige konzentrieren, was zählt: die Heilung von unserem Hanoun.
Wenn ich durch unser Haus gehe und sehe, wie wir alle unter einem Dach sind, erfüllt mich eine tiefe Erleichterung. Nur so, als vollständige Familie, haben wir diese Stärke. Wir halten uns gegenseitig, aber wir tragen das nicht allein.
Ein ganz besonderer Halt ist dabei mein ältester Sohn Adjatay. Was für ein großartiger großer Bruder und Sohn du bist! Adjatay ist einfach immer da. Seine bedingungslose Liebe, seine Stärke und wie er seinen Bruder und uns in dieser schweren Zeit im Krankenhaus und auch jetzt zu Hause unterstützt hat, berührt mich zutiefst. Er schenkt unserer Familie so unfassbar viel Liebe und Rückhalt.
Genauso verdanken wir es unserer Familie und unserem Freundeskreis, dass wir diese Zeit überhaupt durchstehen. Ein riesiges Dankeschön gilt der Oma und dem Opa – ganz besonders der Oma, die uns so unglaublich entlastet hat.
Sie stand im Krankenhaus an Hanouns Bett, als Mama daheim etwas kränkelte und wir einfach auch für den kleinen Bruder Gabriel da sein mussten, der seine Eltern in dieser Phase genauso braucht. Ob im Krankenhaus oder zu Hause: Diese direkte, unermüdliche Hilfe aus unserem Familien- und Freundeskreis hat uns in den dunkelsten Stunden getragen. Gute Freunde haben Tag und Nacht mit angepackt, damit alles bereit ist und wir Hanoun sein Zuhause so wunderschön, warm und sicher wie nur irgendmöglich gestalten konnten.
Mein kleiner Hanoun.
Du hast deine zweite Chemotherapie so unglaublich tapfer durchgestanden.
Du bist mein größter Held. Für mich als Papa, der mit dir jede Minute auf dem Fußballplatz lebt und liebt, ist das die schwerste Zeit meines Lebens. In den letzten Wochen gab es keinen Stillstand. Die wachsamen Nächte am Krankenbett, um dir meine ganze Energie abzugeben, die Sorge um alle meine Jungs – es ging immer nur darum, die ruhige und starke Kraft zu sein, die uns zusammenhält.
Unser tiefster Dank gilt auch dem gesamten Team der Kinderkrebsstation an der Charité. Was für unglaublich besondere Menschen dort arbeiten! Mit so viel Herzlichkeit, Liebe, Geduld, Fürsorge, Fröhlichkeit und Witz haben sie Hanoun und uns die Zeit so viel leichter gemacht.
Ein offenes Ohr, Antworten auf jede Frage, ein Lächeln, Umarmungen und selbstgebackene Kekse – diese wundervollen Seelen machen diesen steinigen Weg für kämpfende Familien so viel erträglicher.
Jetzt sitzen wir hier. Der Weg ist noch lang, aber wir besinnen uns auf das, was zählt, und schreiten Schritt für Schritt weiter voran. Wir sind wieder komplett. Wir sind Zuhause. Und gemeinsam schaffen wir alles.
Danke das es euch alle gibt ❤️
Gabriel Olinga"



